
Für Gäste · Zum ersten Mal hier
Kirchenbesuch
Sie besuchen zum ersten Mal eine orthodoxe Kirche? Herzlich willkommen, auch wenn Sie nicht orthodox sind. Wir sind die russisch-orthodoxe Gemeinde in Würzburg (Moskauer Patriarchat) und feiern unsere Gottesdienste im Zeller Torhaus und in der Don-Bosco-Kirche. Vorkenntnisse brauchen Sie nicht: Hier steht, was Gäste wissen sollten, und vor Ort helfen wir gern weiter.
Kurz gesagt
- Wann und wo:
- Im Zeller Torhaus, Zeller Straße 45: Mittwoch 18:00 Vesper, Samstag 15:00 Glaubensgespräch (auf Deutsch und Russisch, kein Gottesdienst), Samstag 17:00 Abendgottesdienst. Die Heilige Liturgie am Sonntag um 9:30 feiern wir in der Regel in der Don-Bosco-Kirche, Schottenanger 15. Abweichungen zeigt der Kalender.
- Sprache:
- Kirchenslawisch und Deutsch, die Lesungen in beiden Sprachen.
- Kleidung:
- gepflegt, Schultern und Knie bedeckt. Frauen bedecken das Haar üblicherweise mit einem Tuch; für Gäste ist das eine Bitte, keine Pflicht. Tücher liegen kostenlos im Kirchenladen. Im Winter ist es in der Kirche frisch: bitte warm anziehen.
- Dauer:
- Heilige Liturgie etwa zweieinhalb bis drei Stunden, Vesper und Abendgottesdienst je etwa eine Stunde, an Festtagen etwas länger. Man steht meist, Sitzplätze gibt es für alle, die sie brauchen.
- Kommunion:
- empfangen orthodoxe Christen, die sich darauf vorbereitet haben. Ein Stück gesegnetes Brot (Antidoron) bekommen am Ende alle, auch Gäste.
- Kinder:
- sind ausdrücklich willkommen, auch wenn sie einmal unruhig sind.
Was ziehe ich an?
Besondere Kleidung brauchen Sie nicht: gepflegt, Schultern und Knie bedeckt, so wie zu einem festlichen Anlass. Kurze Hosen und schulterfreie Oberteile passen für den Kirchenbesuch weniger, Anzug oder Kostüm sind aber auch nicht nötig.
Frauen bedecken in der orthodoxen Kirche üblicherweise das Haar mit einem Tuch. Für Gäste ist das eine Bitte, keine Pflicht. Haben Sie keines dabei, nehmen Sie sich einfach eines: Im Kirchenladen im Zeller Torhaus und in der Don-Bosco-Kirche liegen während des Gottesdienstes Tücher bereit, kostenlos.
Üblich sind für Frauen Kleid oder Rock. Hosen sind aber ebenso in Ordnung, gerade in der kalten Jahreszeit, und niemand wird Sie darauf ansprechen. Männer nehmen in der Kirche Mütze oder Hut ab. Wer eine Ikone oder das Kreuz küssen möchte, verzichtet am besten auf Lippenstift.

Warum tragen Frauen ein Kopftuch?
Der Brauch geht auf den Apostel Paulus zurück (1. Korinther 11): Beim Gebet bedecken Frauen das Haupt, Männer nehmen die Kopfbedeckung ab. Das Tuch ist ein Zeichen der Ehrfurcht vor Gott, kein Zeichen der Unterordnung.
Was ziehe ich im Winter an?
Beide Kirchen, das Zeller Torhaus wie die Don-Bosco-Kirche, sind in der kalten Jahreszeit kühl, vor allem vom Boden her. Ziehen Sie sich ruhig warm an, das ist völlig in Ordnung: Jacke oder Mantel behalten Sie einfach an, dazu warme Schuhe mit dicker Sohle und gern ein Schal. Das lohnt sich: Weil wir in zwei Sprachen beten (Kirchenslawisch und Deutsch), dauert die Heilige Liturgie bei uns zweieinhalb bis drei Stunden, und man steht dabei meist.

Ankommen und eintreten
Die Kirche ist schon eine halbe Stunde vor Beginn offen. Kommen Sie am besten 15 bis 20 Minuten vorher: Dann bleibt Zeit, sich umzusehen, in Ruhe eine Kerze aufzustellen und mit anderen ins Gespräch zu kommen. Im Zeller Torhaus sehen Sie gleich vorn die Ikonostase mit den Ikonen der Gottesmutter und Christi.
Beim Eintreten bekreuzigt man sich und verneigt sich leicht. Viele gehen dann zur Festikone auf dem Pult in der Mitte (Analogion) oder zu einer Ikone Christi oder der Gottesmutter, bekreuzigen sich und küssen sie. Das ist ein Zeichen der Verehrung und keine Pflicht: Gäste können auch einfach stehen bleiben und schauen.

Wie bekreuzigt man sich?
Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand zusammenlegen, Ringfinger und kleinen Finger an die Handfläche. Die drei Finger stehen für die Heilige Dreieinheit, die zwei für die göttliche und die menschliche Natur Christi. Man berührt die Stirn, den Oberbauch, die rechte und dann die linke Schulter, danach folgt meist eine leichte Verneigung. Wann man sich bekreuzigt, sieht man bei den anderen. Wer unsicher ist, steht einfach still dabei.

Wie verehrt man eine Ikone?
Man bekreuzigt sich vor der Ikone zweimal mit einer leichten Verneigung, küsst sie und bekreuzigt sich ein drittes Mal. Geküsst wird nicht das Gesicht, sondern die Hand oder der Saum des Gewandes. Die Verehrung gilt nicht Holz und Farbe, sondern Christus, der Gottesmutter oder dem Heiligen, die dargestellt sind.

Kerzen und Gebetszettel
Eine Kerze ist ein stilles Gebet. Kerzen bekommen Sie gegen eine Spende im Kirchenladen, im Zeller Torhaus wie in der Don-Bosco-Kirche. Für Lebende stellt man sie vor eine Ikone Christi oder der Gottesmutter, für Verstorbene auf den Gedenktisch mit dem Kreuz (Kanun). Man zündet sie an einer schon brennenden Kerze an. Am besten stellen Sie Ihre Kerze vor Beginn auf; während des Gottesdienstes geht man möglichst wenig umher, vor allem nicht, während das Evangelium gelesen wird.
Unser Gebetszettel ist beidseitig bedruckt: Eine Seite ist für die Lebenden, die andere für die Verstorbenen. Auf die passende Seite schreibt man die Taufnamen der Menschen, für die gebetet werden soll. Leere Gebetszettel liegen neben den Kerzen beim Spendenkasten; dort geben Sie sie auch ab. Die Namen werden in der Liturgie genannt.

So schreiben Sie einen Gebetszettel
Sie schreiben nur noch die Namen auf die passende Seite, gut lesbar und so, wie die Menschen getauft sind: die Vornamen, ohne Familiennamen. Ob ein Name auf den Zettel gehört, etwa bei Angehörigen, die nicht orthodox getauft sind, fragen Sie am besten Vater Vladimir.
Für die Lebenden
- Johannes
- Maria
- Nikolaus
- Anna
Für die Verstorbenen
- Georg
- Elisabeth
Während des Gottesdienstes
Im orthodoxen Gottesdienst steht man, als Zeichen der Ehrfurcht und der Auferstehung. Wer nicht lange stehen kann, setzt sich, das ist ganz normal: Im Zeller Torhaus stehen Bänke an der Wand, die Don-Bosco-Kirche hat Kirchenbänke. Bitte schalten Sie das Handy aus und sprechen Sie nur leise.
Gesungen wird ohne Instrumente. Die Gebete wechseln zwischen Priester, Chor und Gemeinde, bei uns auf Kirchenslawisch und Deutsch. Oft hören Sie die Ektenie: eine Reihe kurzer Bitten, auf die der Chor mit „Herr, erbarme dich“ antwortet. Geht der Priester mit dem Weihrauch durch die Kirche, verneigt man sich leicht.
Fotos für den privaten Gebrauch sind erlaubt, bitte so, dass keine Gesichter zu erkennen sind. Wer Bilder in sozialen Netzwerken zeigen möchte, spricht das vorher mit Vater Vladimir ab. Als Gast beten Sie einfach mit, so wie es Ihnen entspricht.

Die Heilige Liturgie Schritt für Schritt
- Vorbereitung: Schon vor Beginn bereitet der Priester im Altarraum Brot und Wein vor (Proskomidie) und gedenkt dabei der Namen auf den Gebetszetteln.
- Eröffnung: Der Priester preist das Reich des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Es folgen eine Ektenie und Psalmen, die der Chor singt.
- Kleiner Einzug: Das Evangelienbuch wird aus dem Altarraum herausgetragen und durch die Königstür zurückgebracht.
- Lesungen: ein Abschnitt aus den Apostelbriefen und das Evangelium, bei uns in beiden Sprachen. Beim Evangelium stehen alle und neigen leicht den Kopf.
- Großer Einzug: Während des Cherubim-Hymnus werden Brot und Wein feierlich zum Altar getragen.
- Glaubensbekenntnis und Hochgebet: Alle singen gemeinsam das Glaubensbekenntnis. Dann bittet der Priester um den Heiligen Geist, der Brot und Wein zu Leib und Blut Christi wandelt. Viele verneigen sich hier tief.
- Vaterunser und Kommunion: Alle singen das Vaterunser. Die Königstür öffnet sich, der Priester tritt mit dem Kelch heraus, und wer sich vorbereitet hat, empfängt die Kommunion.
- Entlassung: Zum Schluss segnet der Priester die Gemeinde und reicht das Kreuz zum Kuss. Dabei bekommen alle das Antidoron.
Sie sind orthodox und möchten kommunizieren?
Sprechen Sie Vater Vladimir bitte vorher an. Zur Beichte können Sie kommen:
- mittwochs nach der Vesper
- samstags nach dem Abendgottesdienst
- sonntags eine halbe Stunde vor der Heiligen Liturgie, nur für Gemeindeglieder von auswärts, die weder mittwochs noch samstags nach Würzburg kommen können
Was bei der Beichte geschieht, erklärt unsere Seite Glaube.
Wenn Sie katholisch oder evangelisch sind
Dann sind Sie bei uns herzlich willkommen, zu jedem Gottesdienst, ohne Anmeldung und ohne Eintritt. Sie müssen nichts mitmachen, was Ihnen fremd ist, auch das Kreuzzeichen nicht. Wer sich bekreuzigen möchte, tut es so, wie er es gewohnt ist: Orthodoxe führen die Hand von der rechten zur linken Schulter, Katholiken meist umgekehrt, und niemand nimmt daran Anstoß.
Die Kommunion empfangen in der orthodoxen Kirche nur orthodoxe Christen, denn sie ist Ausdruck des gemeinsamen Glaubens. Wenn die anderen zum Kelch gehen, bleiben Sie einfach an Ihrem Platz. Das gesegnete Brot am Ende, das Antidoron, ist dagegen für alle da, auch für Sie. Was Orthodoxe, Katholiken und Evangelische unterscheidet, erklärt unsere Seite Glaube.

Mit Kindern
Kinder gehören von Anfang an in die Kirche. Wenn ein Baby weint, ist das kein Problem. Getaufte Kinder empfangen die Kommunion, auch die kleinsten. Ein Bilderbuch oder ein leises Spielzeug hilft. Wird es einem Kind zu viel, geht man kurz hinaus und kommt wieder. Mit dem Kinderwagen kommen Sie über die Auffahrt ins Zeller Torhaus und können ihn dort überdacht abstellen. Für Kinder gibt es in unserer Gemeinde Religionsunterricht, mehr dazu unter Über uns.

Nach dem Gottesdienst
Bleiben Sie gern noch: Sprechen Sie Vater Vladimir oder jemanden aus der Gemeinde einfach an, wir freuen uns über neue Gesichter. Von Zeit zu Zeit bleiben wir nach der Liturgie noch zu einem gemeinsamen Essen zusammen. Wer tiefer einsteigen möchte, kommt samstags um 15:00 zum Glaubensgespräch ins Zeller Torhaus, auf Deutsch und Russisch und ausdrücklich ohne Vorkenntnisse.
Anreise und Parken
Wo Sie parken können und welche Straßenbahn und welcher Bus in der Nähe halten, zeigt ein Lageplan auf unserer Seite Gottesdienste. Zum Eingang des Zeller Torhauses führen Stufen, daneben gibt es eine Auffahrt für Rollstühle. In die Don-Bosco-Kirche führen nur wenige Stufen, eine bis drei.
Kleines Wörterbuch
Die wichtigsten Wörter aus dem Gottesdienst, kurz erklärt.

Begriffe aus dem Gottesdienst
- Altarraum:
- Raum hinter der Ikonostase mit dem Altar. Betreten wird er nur von Geistlichen und Altardienern.
- Analogion:
- hohes Pult mit schräger Fläche. Auf dem Analogion in der Mitte der Kirche liegt die Festikone.
- Antidoron:
- gesegnetes Brot, das am Ende der Liturgie alle bekommen, auch Gäste. Es ist nicht die Kommunion.
- Batjuschka:
- vertraute russische Anrede für den Priester, wörtlich „Väterchen“. Auf Deutsch sagen wir Vater Vladimir.
- Ektenie:
- Reihe kurzer Bitten des Priesters oder Diakons, auf die der Chor meist mit „Herr, erbarme dich“ antwortet.
- Ikonostase:
- Bilderwand zwischen Gemeinde und Altarraum.
- Kanun:
- Gedenktisch mit einem kleinen Kreuz, auf den man Kerzen für die Verstorbenen stellt.
- Kirchenslawisch:
- alte Gottesdienstsprache der russischen Kirche, mit dem Russischen verwandt, aber nicht dasselbe.
- Königstür:
- mittlere Tür der Ikonostase. Durch sie werden Evangelium und Kelch getragen.
- Proskomidie:
- Vorbereitung von Brot und Wein vor der Liturgie, bei der auch die Namen von den Gebetszetteln genannt werden.
- Prosphora:
- kleines rundes Brot mit einem Siegel. Aus ihm wird in der Proskomidie das Brot für die Kommunion geschnitten.
- Trapeza:
- gemeinsames Essen nach der Liturgie, bei uns von Zeit zu Zeit. Das griechische Wort bedeutet Tisch.
- Weihrauch:
- Der Priester räuchert vor Ikonen und Gemeinde. Der Duft steht für das Gebet, das zu Gott aufsteigt (Psalm 141,2).
Häufige Fragen
Muss ich als Frau in der orthodoxen Kirche ein Kopftuch tragen?
Frauen bedecken in der orthodoxen Kirche üblicherweise das Haar. Für Gäste ist das bei uns eine Bitte, keine Pflicht, und ein Tuch bekommen Sie während des Gottesdienstes kostenlos im Kirchenladen. Mehr unter Was ziehe ich an?
Was ziehe ich zum Gottesdienst an? Gehen Hosen oder kurze Hosen?
Gepflegte Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, genügt. Frauen tragen meist Kleid oder Rock, Hosen sind aber auch in Ordnung; kurze Hosen lassen Sie besser zu Hause. Männer nehmen in der Kirche die Kopfbedeckung ab.
Darf ich als Katholik oder Evangelischer zu einem orthodoxen Gottesdienst kommen?
Ja. Sie sind zu jedem unserer Gottesdienste im Zeller Torhaus und in der Don-Bosco-Kirche willkommen, ohne Anmeldung. Mitmachen müssen Sie nichts, zuhören und still mitbeten genügt. Mehr unter Wenn Sie katholisch oder evangelisch sind.
Darf ich als Nicht-Orthodoxer die Kommunion empfangen?
Die Kommunion ist orthodoxen Christen vorbehalten, die sich darauf vorbereitet haben. Das gesegnete Brot am Ende des Gottesdienstes (Antidoron) bekommen dagegen alle, auch Gäste.
Wie lange dauert ein orthodoxer Gottesdienst, und muss ich die ganze Zeit stehen?
Die Heilige Liturgie am Sonntag dauert etwa zweieinhalb bis drei Stunden, die Vesper am Mittwoch und der Abendgottesdienst am Samstag je etwa eine Stunde. Man steht meist, aber wer sitzen muss, setzt sich: Plätze gibt es in beiden Kirchen.
Wie läuft ein orthodoxer Gottesdienst ab?
Priester, Chor und Gemeinde beten im Wechsel, gesungen wird ohne Instrumente, bei uns auf Kirchenslawisch und Deutsch. Den Ablauf der Heiligen Liturgie finden Sie Schritt für Schritt unter Während des Gottesdienstes.
Wie zünde ich eine Kerze an, und was ist mit den Ikonen?
Kerzen gibt es gegen eine Spende im Kirchenladen. Man zündet sie an einer brennenden Kerze an und stellt sie vor eine Ikone, für Verstorbene auf den Kanun. Eine Ikone zu küssen ist für Gäste freiwillig. Mehr unter Kerzen und Gebetszettel.
Darf ich im Gottesdienst fotografieren?
Ja, für den privaten Gebrauch, aber bitte so, dass keine Gesichter zu erkennen sind. Für soziale Netzwerke sprechen Sie vorher mit Vater Vladimir.

„Ich freute mich, als man mir sagte: Zum Haus des HERRN wollen wir gehen.“
Noch Fragen? Sprechen Sie uns nach dem Gottesdienst an oder schreiben Sie uns über die Seite Kontakt. Wir freuen uns auf Sie.
