Russisch Orthodoxe Kirchengemeinde in Würzburg
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Peter Plank wurde am 22. März 1951 in Neustadt a. d. Donau (Bayern) in der Familie eines Eisenbahnbeamten geboren. Die Eltern des zukünftigen Priesters gehörten der römisch-katholischen Kirche an. Nach Beendigung des Gymnasiums studierte Peter Plank von 1970 bis 1973 an der katholischen theologischen Fakultät der Regensburger Universität und anschließend von 1973 bis 1975 an der Pontificia Universita Gregoriana in Rom, wo er mit dem Bakalaureat in Theologie abschloss und zum Diakon geweiht wurde. Von 1975 bis 1980 studierte er Ostkirchenkunde und Byzantinistik in Würzburg, wo er seit 1976 als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Ostkirchenkunde tätig war. Im Jahr 1980 schloss er seine Doktorarbeit ab und 1986 im Fach „Kirchengeschichte des Altertums und Patrologie“ seine Habilitationsschrift. Seine vielseitige Tätigkeit in Wissenschaft und Lehre an verschiedenen deutschen Universitäten dauerte bis zum Jahr 2008. Bis dahin publizierte Vr. Peter zwei Monographien, über 40 Beiträge in theologischen Handbüchern und Zeitschriften, verfasste über 100 Beiträge für theologische Lexika, redigierte und publizierte kirchliche Hymnentexte und kanonische Schriften. Bei aller Breite und Vielfalt der von Vr. Peter behandelten theologischen Themen stand im Zentrum seines Interesses stets die Heilige Schrift und die altkirchliche Tradition ihrer Auslegung. Stets war es sein innerstes Anliegen, diese für das geistliche Leben des heutigen Menschen und für die gegenwärtige kirchliche Praxis fruchtbar zu machen.

1989 zum Priester geweiht, trat Vr. Peter im Jahr 1992 zur orthodoxen Kirche über und wurde Kleriker der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Nachdem er für kurze Zeit Vorsteher der Gemeinden des Moskauer Patriarchats in Stuttgart und Tübingen war, widmete er sich seit 1993 ganz dem Aufbau der von ihm in Würzburg gegründeten Gemeinde zur Verkündigung an die Allheilige Gottesgebärerin, deren Vorsteher er bis zu seinem frühen Tod blieb.

Die charismatische Persönlichkeit von Vr. Peter hinterließ eine unauslöschliche Spur in den Seelen hunderter Menschen, die zu ihm kamen. Seine selbstlose Hingabe an Gott und sein flammender Eifer für den orthodoxen Glauben drückten sich in der strengen Beachtung des Typikon beim Vollzug der Gottesdienste aus, für den er selbst in langjähriger Arbeit zahlreiche Hymnentexte und Gebete aus dem altgriechischen Original ins Deutsche übersetzte, aber auch in seinen tiefgründigen Predigten, die nicht selten theologischen Vorlesungen glichen, in vielstündigen Gesprächen mit seinen geistlichen Kindern, die zu ihm zur Beichte kamen oder Rat erbaten, und in jener immensen Rolle, die Vr. Peter der katechetischen Arbeit beimaß. Für seine mehr als dreißigjährigen Mühen wurde er mit dem Orden des hl. Fürsten Vladimir „für kirchliche Verdienste“ ausgezeichnet und des Erzpriestertitels gewürdigt.

Sogar in der allerletzten Zeit seines Lebens, als er durch schwere Krankheit bereits ans Bett gefesselt war, diente Vr. Peter weiterhin seiner Kirche, indem er den Gläubigen ein Beispiel für Geduld, Demut und vollständige Ergebenheit in Gottes Willen gab.

Am 15. April 2009 wurde der Sarg mit dem Leib des neu hinübergegangenen Erzpriesters in die Kirche der Verkündigung der Allheiligen Gottesmutter in Würzburg gebracht und dort aufgebahrt. Dem Bestattungsgottesdienst, zu dem sich zahlreiche geistliche Kinder des Verstorbenen, seine Verwandten, Freunde, aber auch Vertreter anderer christlicher Konfessionen versammelten, stand S. E. der Hochw. Erzbischof Feofan von Berlin und Deutschland vor. Nach Beendigung des Gottesdienstes wurde der Leib Vr. Peters im offenen Sarg feierlich um die Kirche getragen, in der der Entschlafene die letzten zehn Jahre seines Lebens gedient hat. Am Tag darauf wurde Vr. Peter als erster in der neu gegründeten orthodoxen Abteilung des Würzburger Waldfriedhofs beigesetzt.

Lass ruhen, Herr, die Seele deines hinübergegangenen Dieners, des Erzpriesters Peters, und verleihe ihm ewiges Gedenken!

Russische Orthodoxe Kirche - Moskauer Patriarchat - Berliner Eparchie || ©2014